Strafrecht - Geldstrafe


Das Strafrechtssystem unterscheidet grunds√§tzlich zwischen zwei unterschiedlichen Arten der Bestrafungen, der Freiheitsstrafe einerseits und der Geldstrafe andererseits. Hier, bei Ihrem Rechtsanwalt f√ľr das Strafrecht in W√ľrzburg und Ochsenfurt, erfahren Sie, wann eine Geldstrafe verh√§ngt wird und wie sich deren H√∂he errechnet.

Die Geldstrafe wird vom Gesetz im Verh√§ltnis zur Freiheitsstrafe als das mildere Mittel gesehen, auch wenn die Freiheitsstrafe zur Bew√§hrung ausgesetzt wird und eine sp√ľrbare Bestrafung in den F√§llen, in denen es nicht zum Vollzug der Freiheitsstrafe kommt und die Strafe nach der Bew√§hrungszeit erlassen wird, quasi nicht vorliegt. Deswegen wird die Geldstrafe in den meisten F√§llen von den Gerichten verh√§ngt, wenn man das erste mal eine Straftat begeht und eine Geldstrafe von dem Straftatbestand, den man verwirklich hat auch vorgesehen ist. Letzteres gilt f√ľr die meisten Delikte, wie zum Beispiel die meisten Stra√üenverkehrsdelikte, Diebstahl, K√∂rperverletzung, Betrug und den Umgang mit Drogen (bis zu einer bestimmten Menge jedenfalls). Wenn jedoch das Gesetz ein erh√∂htes Mindestma√ü an Freiheitsstrafe vorsieht, ist eine Geldstrafe nur noch unter besonderen Umst√§nden oder auch gar nicht mehr m√∂glich.
Die Geldstrafe wird in sogenannten Tagessätzen verhängt. Zum Vergleich mit der Freiheitsstrafe: Ein Tagessatz entspricht einem Tag Freiheitsstrafe, 30 Tagessätze dementsprechend einem Monat Freiheitsstrafe. Die Anzahl der Tagessätze die das Gericht verhängt richtet sich (grob gesagt) nach der Schwere der Tat, die man begangen hat.
Die Anzahl der verhängten Tagessätze wird ergänzt durch die sogenannte Tagessatzhöhe. Diese ergibt sich (grob) aus dem Nettoeinkommen des Täters und abzugsfähigen Verbindlichkeiten (z.B. Kindesunterhalt) bezogen auf den Tagesverdienst (also monatliches Nettoeinkommen geteilt durch 30).
Die Tagessatzzahl wird mit der Tagessatzhöhe multipliziert und dadurch erhält man die Höhe der Geldstrafe.

Ein Beispiel:
Ein nicht vorbestrafter T√§ter f√§hrt unter dem Einfluss von Alkohol (1,2 Promille) Auto. Er wusste zwar nicht, dass er nicht mehr fahren darf, h√§tte dies jedoch erkennen k√∂nnen, handelte also fahrl√§ssig. Nachdem er absolut fahrunt√ľchtig war, hat er den Straftabestand des ¬ß 316 StGB verwirklicht. Das Gesetz sieht hierf√ľr Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr oder Geldstrafe vor. Der T√§ter hat ein monatliches Nettoeinkommen von 1200 ‚ā¨ (keine zu ber√ľcksichtigenden Schulden) und verdient dementsprechend am Tag ‚ā¨ 40. Die Tagessatzh√∂he betr√§gt demnach ‚ā¨ 40. Wenn das Gericht die Tagessatzanzahl auf 30 festlegt muss der T√§ter eine Geldstrafe von 30 mal 40 ‚ā¨ also 1200 ‚ā¨ bezahlen.
Zus√§tzlich w√ľrde das Gericht in diesem Fall wohl als sogenannte Nebenstrafe eine F√ľhrerscheinsperre festsetzen.

Ist der Täter nicht in der Lage den Geldbetrag auf einmal zu bezahlen kann das Gericht z.B. Ratenzahlung gewähren.

Die Geldstrafe kann nur in Ausnahmefällen neben einer Freiheitsstrafe ausgeurteilt werden. Zu unterscheiden ist dies allerdings von einer sogenannten Bewährungsauflage in Form einer Geldzahlung. Eine Geldzahlung als Bewährungsauflage wird regelmäßig neben einer Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetz wird, verhängt.

Kann die Geldstrafe nicht bezahlt werden muss sie als Freiheitsstrafe verb√ľ√üt werden, wenn die Vollstreckungsbeh√∂rde nicht gestattet, die Geldstrafe abzuarbeiten.

Wenn Sie Fragen zu einer Geldstrafe haben, vereinbaren Sie einen Termin mit einem unseren Anw√§lte in den Kanzleien in W√ľrzburg oder Ochsenfurt.