Der Nutzungsausfall beim Verkehrsunfall


Ist nach einem Verkehrsunfall das Fahrzeug reparaturw├╝rdig (d h. es liegt kein Totalschaden am verunfallten Fahrzeug vor) und wird das Fahrzeug auch tats├Ąchlich repariert, kann unter bestimmten Voraussetzungen ein sog. Nutzungsausfallschaden vom Unfallgegner bzw. von dessen Kfz-Haftpflichtversicherung verlangt werden. Nachfolgend geben wir, Ihre Rechtsanw├Ąlte f├╝r das Verkehrsrecht in W├╝rzburg, einen ├ťberblick ├╝ber die Voraussetzungen.

Der Nutzungsausfall ist eine Entsch├Ądigung daf├╝r, dass der Gesch├Ądigte eines Verkehrsunfalls sein Fahrzeug f├╝r die Dauer der Reparatur nicht nutzen kann.

Ein Anspruch auf Ersatz des Nutzungsausfalls kommt nur dann in Betracht, wenn der Unfallgegner den Verkehrsunfall verursacht hat.

Wird das Unfallfahrzeug repariert, hat der Gesch├Ądigte ein Wahlrecht, ob er einen Mietwagen in Anspruch nehmen will, oder ob er den Nutzungsausfall gegen├╝ber dem Unfallgegner bzw. dessen Kfz-Haftpflichtversicherung geltend machen will. Den Nutzungsausfall kann der Gesch├Ądigte mithin nur dann geltend machen, wenn er keinen Ersatzwagen f├╝r die Dauer der Reparatur anmietet.

Macht der Gesch├Ądigte den Nutzungsausfall geltend, wird f├╝r jeden Tag der Dauer der Reparatur eine Pauschale gezahlt, die sich aus der Nutzungsausfalltabelle (auch ÔÇ×EurotaxschwackeÔÇť genannt) f├╝r jeden Pkw-Typ ergibt. Die Rechtsprechung empfiehlt die Heranziehung dieser Tabelle zur Bezifferung der H├Âhe des Nutzugsausfalls.

Die Berechnung der H├Âhe des Nutzungsausfalls kann im Einzelfall auch recht kompliziert sein. Handelt es sich bei den verunfallten Wagen um ein ├Ąlteres Fahrzeug, kann es sein, dass es niedriger eingruppiert wird als in der Nutzungsausfalltabelle vorgesehen. Ist das verunfallte Fahrzeug ├Ąlter als zehn Jahre, werden von den Versicherungen regelm├Ą├čig lediglich die sog. Vorhaltekosten ersetzt, die sich ebenfalls aus der Nutzungsausfalltabelle ergeben. Auch bei den Vorhaltekosten handelt es sich um eine Pauschale pro Tag der Dauer der Reparatur, die allerdings ihrer H├Âhe nach deutlich niedriger ist als der Nutzungsausfall.

Weitere Voraussetzungen f├╝r den Ersatz des Nutzungsausfalls sind der sog. Nutzungswille und die sog. Nutzungsm├Âglichkeit.

An der Nutzungsm├Âglichkeit fehlt es beispielsweise, wenn der Gesch├Ądigte w├Ąhrend der Dauer der Reparatur das verunfallte Fahrzeug gar nicht nutzen kann, weil er bei dem Unfall so schwer verletzt wurde, dass er w├Ąhrend der Dauer der Reparatur gar nicht in der Lage ist, Auto zu fahren.

Ein Nutzungswille wird dem Gesch├Ądigten zun├Ąchst einmal unterstellt. Es kann aber beispielsweise dann an einen konkreten Nutzungswillen fehlen, wenn der Gesch├Ądigte wegen des Unfalls die Entscheidung trifft, in der Zukunft auf ein Fahrzeug zu verzichten.

Der Nutzungsausfall ist jedenfalls konkret zu belegen. Am besten geschieht dies, indem man der gegnerischen Kfz-Haftpflichtversicherung die Reparaturrechnung vorlegt, aus der in der Regel die Dauer der Reparatur in Tagen hervorgeht.

Auch f├╝r ein verunfalltes Motorrad kann im ├ťbrigen Nutzungsausfall verlangt werden, wenn es sich um das einzige Kraftfahrzeug handelt, welches dem Gesch├Ądigten zur Verf├╝gung steht und er es nicht lediglich zu Freizeitzwecken nutzt. Aber auch in diesem Fall ist zu pr├╝fen, ob ein Nutzungswille und die tats├Ąchliche Nutzungsm├Âglichkeit vorhanden sind. Die letztgenannten Aspekte k├Ânnen bei einem Motorrad eine besondere Rolle spielen bezogen auf die Witterungsverh├Ąltnisse, bei denen ein Motorrad durch den Gesch├Ądigten benutzt wird.

Wenn Sie an einem Vekehrsunfall beteiligt waren, sind wir gerne bereit Ihre Schadensaersatzanspr├╝che geltend zu machen und/oder Schadensersatzanspr├╝che der Gegnseite abzuwehren.