Arbeitszeit


Wir m├Âchten - als Ihre Rechtsanw├Ąlte f├╝r das Arbeitsrecht in W├╝rzburg und Ochsenfurt - nachfolgend einen kurzen ├ťberblick ├╝ber arbeitsrechtliche Vorschriften zum Thema Arbeitszeit geben.


1. Dauer der Arbeitszeit

Rechtsgrundlage ist in erster Linie das sog. Arbeitszeitgesetz (ArbZG).

Dieses Gesetz gilt mit einigen Ausnahmen f├╝r s├Ąmtliche Arbeitnehmer. In ┬ž 18 ArbZG ist geregelt, auf welchen Personenkreis das Gesetz keine Anwendung findet. Dies sind beispielsweise leitende Angestellte (unter bestimmten Voraussetzungen), Chef├Ąrzte (nicht: Ober├Ąrzte), Leiter von ├Âffentlichen Dienststellen usw.

Auch f├╝r Personen unter 18 Jahren gelten andere Vorschriften, n├Ąmlich diejenigen des Jugendarbeitsschutzgesetzes (JArbSchG).

Weiter gibt es noch Sondervorschriften f├╝r ganz bestimmte Berufsgruppen, wie beispielsweise Arbeitnehmer in B├Ąckereien.

Der Begriff ÔÇ×ArbeitszeitÔÇť meint den Zeitraum vom Beginn bis Ende der Arbeitszeit ohne die Ruhepausen.

Die Zeit, die ben├Âtigt wird, um zur Arbeitsstelle zu gelangen bzw. von der Arbeit nach Hause ist keine Arbeitszeit.

Nach ┬ž 3 S. 1 ArbZG darf die werkt├Ągliche Arbeitszeit acht Stunden nicht ├╝berschreiten. Allerdings kann diese Arbeitszeit nach ┬ž 3 Abs. 2 ArbZG auf bis zu zehn Stunden verl├Ąngert werden, ohne dass es hierf├╝r einen bestimmten Anlass gibt. Voraussetzung insoweit ist lediglich, dass innerhalb von sechs Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen durchschnittlich acht Stunden werkt├Ąglich nicht ├╝berschritten werden.

Werktage sind grunds├Ątzlich alle Tage au├čer Sonn- und Feiertage, also auch die Samstage.

Grunds├Ątzlich besteht auch die M├Âglichkeit, die gesetzliche Arbeitszeit zu verl├Ąngern durch Gew├Ąhrung von sog. Ausgleichszeit.

Betriebsvereinbarungen und Tarifvertr├Ąge k├Ânnen auch abweichende Regelungen enthalten, unter ganz bestimmten Voraussetzungen kann in derartigen Vorschriften auch die Grenze der t├Ąglichen Arbeitszeit von zehn Stunden ohne Ausgleich verl├Ąngert werden. ┬ž 7 ArbZG verweist auf die M├Âglichkeit abweichender Tarifregelungen.


2. Nacht- bzw. Schichtarbeit

┬ž 6 Abs.2 ArbZG regelt, dass die werkt├Ągliche Arbeitszeit der Nachtarbeitnehmer acht Stunden nicht ├╝berschreiten darf.

Auch diese kann auf bis zu zehn Stunden verl├Ąngert werden, allerdings ist hierbei der Ausgleichszeitraum ein anderer als bei ┬ž 3 ArbZG, abweichend von dieser Vorschrift d├╝rfen n├Ąmlich bei der Nachtarbeit innerhalb eines Kalendermonats oder innerhalb von vier Wochen durchschnittlich acht Stunden pro Werktag nicht ├╝berschritten werden.

Dar├╝ber hinaus ist zu beachten, dass sog. Nachtarbeitnehmer nach ┬ž 6 Abs. 5 ArbZG nach Wahl des Arbeitgebers Anspruch auf eine angemessene Zahl bezahlter freier Tage oder auf einen angemessenen Entgeltzuschlag haben. Allerdings ist zu beachten, dass auch tarifvertragliche Ausgleichsregelungen bestehen k├Ânnen.


3. Pausen bzw. Ruhezeiten

┬ž 5 Abs. 1 ArbZG schreibt vor, dass Arbeitnehmer nach Beendigung ihrer t├Ąglichen Arbeitszeit eine ununterbrochene Ruhezeit von elf Stunden haben m├╝ssen.

Auch diesbez├╝glich gibt es eine Mehrzahl von Ausnahmen.

Bei bestimmten Berufsgruppen kann die Ruhezeit von elf Stunden auch verk├╝rzt werden, siehe auch die Vorschrift ┬ž 5 Abs. 2 ArbZG.

Beispielsweise betroffen sind in ┬ž 5 Abs. 2 ArbZG Personen die in Krankenh├Ąusern, Altenheimen oder in der Gastronomie besch├Ąftigt sind.

Auch Arbeitnehmer, die in der Landwirtschaft besch├Ąftigt sind, k├Ânnen hiervon betroffen sein.

Weitere Sonderregelungen gibt es beispielsweise auch f├╝r Berufskraftfahrer. Insoweit sind insbesondere auch europarechtliche Vorschriften zu beachten.

Die Ruhepausen sind in ┬ž 4 ArbZG geregelt.

Nach dieser Vorschrift ist die Arbeit durch im Voraus feststehende Ruhepausen von mindestens 30 Minutenbei einer Arbeitszeit von mehr als sechs bis zu neun Stunden und45 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als neun Stunden insgesamt zu unterbrechen.

Diese Ruhepausen k├Ânnen in Zeitabschnitte von zumindest 15 Minuten aufgeteilt werden. Allerdings d├╝rfen Arbeitnehmer nicht l├Ąnger als sechs Stunden hintereinander ohne Ruhepausen besch├Ąftigt werden.

Auch in diesem Bereich gelten f├╝r Personen unter 18 Jahren wieder Sondervorschriften, insoweit sind die vorgesehenen Pausen f├╝r diesen Personenkreis in ┬ž 11 Abs. 1 JArbSchG geregelt.


4. Sonn- und Feiertagsruhe

Grunds├Ątzlich d├╝rfen nach ┬ž 9 ArbZG Arbeitnehmer an Sonn- und Feiertagen von 0:00 Uhr bis 24:00 Uhr nicht besch├Ąftigt werden.

Allerdings gibt es von dieser Vorschrift eine Vielzahl von Ausnahmen, die insbesondere in ┬ž 10 ArbZG aufgef├╝hrt sind.

Dies betrifft beispielsweise Berufsgruppen wie die Feuerwehr, Arbeitnehmer in Not- und Rettungsdiensten, Arbeitnehmer in Krankenh├Ąusern und eine Vielzahl weiterer Gruppen von Arbeitnehmern.